Tosogu Wissen

Als einen völlig eigenständigen Bereich kann man die Kunst der tosogu (Schwertzierrate inkl. tsuba) sehen.
Die tosogu-Hersteller waren angesehene Künstler die in einer Vielzahl von Stilrichtungen und mit den verschiedensten Materialien arbeiteten.
Schon früher wurden tsuba und nat­ürlich auch die anderen Schwertzierrate (kodogu) als hochwertige Geschenke überreicht und wie heute in speziell angefertigten Boxen gesammelt.

Tsuba

Die tsuba schützte in erster Linie die eigene Hand vor dem Abrutschen in die scharfe Klinge. Sie war das wichtigste stilistische Element an der Montierung. Mit ihr zeigte der Träger seinen Geschmack und Status. Die Motive sind in positivem oder negativem Schattenriss dargestellt oder in den verschiedensten Techniken in die Platte graviert und/oder eingelegt. 

Dinge des Alltags sind ebenso abgebildet wie ganze Landschaften oder Szenen aus der japanischen Mythologie. Es gibt schlichte Stücke, die aber wunderbar dem Ausdruck verleihen was die Japaner unter wabi-sabi verstehen. Manchmal finden sich sogar Stücke mit abstraktem Charakter, was nicht verwundern kann, kamen die Impulse für unseren Impressionismus und Art-Deco doch aus Japan.
 

jûyo-tôsô Shôkatei Motohiro wakizashi koshirae

Menuki

Menuki sind ornamentale Objekte am Schwertgriff und exzellente Stücke tragen sehr zur Wirkung einer koshirae bei. Menuki finden sich unter oder manchmal auch auf der Wicklung des Griffes oder der same. Die Qualität von menuki ist meist sofort sichtbar, da das jeweilige Motiv auch gleich die Form des Objektes vorgibt. So mussten die Künstler ihr ganzes Können und Sinnen, ihre Kreativität und Ihren Ideenreichtum in das jeweilige Werk einbringen.

Fuchi-Kashira

Die fuchi-kashira befinden sich an den beiden Enden des Griffes. Auch hier sieht man die Meisterschaft der kodogu-Künstler. Das Motiv kann sich erhaben auf der Oberfläche befinden, graviert sein, oder sogar vollplastisch die fuchi-kashira formen.

Kozuka-Kogai

Das kozuka ist der Griff des Beimessers welches sich an manchen koshirae befindet. Zusammen mit dem kogai (Haarnadel) nennt man es als Einheit ein futokoromono. Diese wurden bei einfachen koshirae tatsächlich als Gebrauchsgegenstände genutzt. Hochwertige Ausführungen, wie sie heute in Museen zu finden sind und gesammelt werden, wurden aber schon damals nur als Schmuck des Schwertes betrachtet.